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So wirst Du Deinen Stress los

Wusstet Ihr, dass die Fehlzeiten von Arbeitnehmern aufgrund psychischer Erkrankungen seit 1999 um knapp 80 Prozent gestiegen sind? Das hat eine Studie der AOK ergeben. Jeder kennt jemanden, der „Burnout“ hat oder hatte oder zumindest kurz davor steht. Jeder kennt selber Stress und erlebt ihn Tag für Tag. Gestern saß ich mit meinen Freundinnen im Café und eine nach der anderen erzählte, wie wenig Zeit sie hat und wie sehr sie gestresst ist. Das ist schlimm und das tut mir leid aber manchmal frage ich mich, ob dieser Stress nicht hausgemacht ist? Eigentlich haben wir doch jeden Tag die Wahl, das zu tun, was unsere kurze Zeit hier auf dem Planeten so füllt, wie wir es für richtig halten. Stresst mich das Sport Turnier am Wochenende oder macht es mir Spaß? Stresst es mich am Sonntag für die Woche vorzukochen oder ist das ein Hobby? Und selbst wenn es ein Hobby ist: Stresst es mich vielleicht dennoch?

Auch positiver Stress ist Stress…

Vor einigen Wochen habe ich an einem sehr interessanten Seminar im Fürstenberg Institut in Düsseldorf teilgenommen. Das Thema: Stressmanagement. (Interessant auch, dass L’Oréal als Arbeitgeber dieses Seminar pflichtmäßig verordnet….) Die für mich wichtigste Erkenntnis: Auch positiver Stress ist Stress. Der Körper macht hierbei keinen Unterschied. Evolutionsbedingt waren Stressituationen früher die Situationen, in denen unser Körper exzellent funktionieren musste – Flucht oder Kampf. Stresshormone wie Adrenalin werden ausgeschüttet, die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin, der Blutdruck steigt, die Pulsfrequenz erhöht sich, der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt. Das passiert auch heute noch. Allerdings führen wir die wenigsten Kämpfe noch körperlich aus. Das bedeutet der Körper ist in ständiger Alarmbereitschaft. Dies kann auf Dauer zu einer Folge von psychischen und physischen Krankheiten führen. Auch wenn wir positiven Stress haben. Ich konnte zeitweise meinen Mund nicht mehr ganz öffnen, weil mein Kiefer so verkrampft war, weil ich nachts geknirscht habe. Ich bekomme immer noch zeitweise schlecht Luft – eine Art Panikattacke – und ich stehe häufig so unter Strom, dass ich einfach nicht mehr ich selber bin und mich selber gar nicht mehr richtig mag. Für mich hat das alles bedeutet: Stress abbauen. Ein Projekt an dem ich gerade mit großer Leidenschaft arbeite und Euch dran teilhaben lassen möchte.

Stress loswerden – aber ich hab doch keine Zeit

Papperlapapp. Um stressfreier zu leben, braucht es keine Zeit. Es braucht lediglich den Willen etwas zu ändern und es anzugehen. Nicht jeder Punkt ist für jeden geeignet. Das hier sind meine Stresslöser, vielleicht identifiziert Ihr für Euch völlig andere.

  • Zeitfresser identifizieren:

    Zunächst ist es wirklich wichtig, zu schauen: Was von den Dingen, die ich tue, mache ich gern und was mache ich für andere? Geht mal in Euch und denkt darüber nach. Klar, soziale Interaktionen sind wichtig und manchmal tut man Dinge anderen zum Gefallen, wenn man aber Menschen trifft, denen man eigentlich gar nicht mehr so viel zu sagen hat und das nur tut, weil man nicht weiß wie man es beenden kann, ist das Stress pur! Das Gleiche gilt für Vereine oder gelernte Rituale. Musst Du morgens die Küche aufräumen oder kannst Du das in einem Wisch mit dem Kochen am Abend erledigen?

 

  • Den Tag positiv beenden: 

    Kennt Ihr das? Der Tag war irgendwie so semi und Ihr geht mit einem Kack-Gefühl ins Bett und grübelt. Nicht gut. Wir können unsere Gedanken ein wenig lenken. Schafft Euch ein kleines Glückstagebuch an und legt das auf den Nachtisch. Am Abend nehmt Ihr Euch die Zeit und denkt an 2 oder 3 Momente, die Euch positiv vom Tag in Erinnerung geblieben sind. Bei mir ist das häufig ein gutes Essen oder ein Moment auf den ich stolz war, ein Lob, das ich bekommen habe oder auch nur ein neues Teil, das ich gekauft habe. Es ist egal, was es ist. Hauptsache es hat Euch glücklich gemacht und bringt Euch zum lächeln, wenn Ihr dran denkt.

 

  • Schlaf üben:

    Guter und tiefer Schlaf ist enorm wichtig für die Regeneration des Körpers. Am allerbesten kann der Körper damit umgehen, wenn er jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett geht und wieder aufsteht. Das ist natürlich kaum umsetzbar aber man sollte auf sein Inneres hören und schlafen, wenn man müde ist. Auch die Schlafqualität spielt eine wichtige Rolle. Ich kann Euch einige Schlafmeditationen auf Youtube empfehlen, die sanft in einen ruhigen Schlaf führen. Meldet Euch bei Interesse, mir hat das extrem viel gebracht.

 

  • Den Moment genießen: 

    Hört sich unendlich einfach an, ist etwas, das man wirklich üben muss. Klar, es gibt Momente, da denkt man: „cool hier!“. Sich allerdings wirklich die Zeit zu nehmen, zu überlegen: „Wie riecht es hier, was sehe ich, was fühle ich und was macht diesen Moment zu einem Besonderen?“ ist eine andere Sache. Meistens sind wir beim Spazieren Gehen schon bei der nächsten Aufgabe – zumindest im Kopf. Öfters mal innehalten und das Glück genießen, das hilft der Stimmung.

 

  • Mein Glück in meine Hand nehmen: 

    Eine Erkenntnis, die mich schon seit Uni Tagen und dem Seminar Gewaltfreie Kommunikation begleitet: Ich bin für mein Glück verantwortlich. So einfach aber so klug. Ganz oft ist das ein Partner-Thema. Freundinnen, die zuhause sitzen und warten, dass der Partner nach Hause kommt und dann enttäuscht sind, weil er sich nicht um sie kümmert. Klar kenne ich das auch – aber es hilft mir, mir immer wieder zu sagen: Chris ist nicht für mein Glück verantwortlich. Du willst essen gehen? Geh essen, Du willst Sport machen? Geh! Aber mach nicht jemand anderen dafür verantwortlich.

 

  • #Metime: 

    Ein Trend, der seine Berechtigung hat. Wann hast Du Dir das letzte Mal 2 Stunden ohne Handy und Laptop genommen und Dich mit Dir beschäftigt? Wahrscheinlich ist es zu lange her. Und es ist nicht zu verwechseln mit warten 🙂 Auf etwas oder jemanden. Ein Bad, ein Buch, Nägel lackieren oder spazieren. Es gibt wunderbare Möglichkeiten Zeit mit sich selber zu verbringen und dabei in sich hinein zu hören. Versuch es und schaff Dir ein regelmäßiges Date mit Dir selbst!

 

  • Draußen sein: 

    Vielleicht ist Du ja auch ein Mensch, der schlecht abschalten kann? Vielleicht hilft es Dir zu gehen. Die 10.000 Schritte, die ich am Tag gehe, nutze ich, um ganz bei mir zu sein und meine Gedanken zu ordnen. Geh einfach mal los. Ohne Ziel. Du wirst sehen, das wirkt wunder!

Daaaa sind sie. Meine 7 Stressfresser und ich arbeite an weiteren. Was tut Ihr um dem Stress zu entgehen? Oder seid Ihr gar nicht gestresst? Letztlich ist das wahrscheinlich ein Thema, das viele Menschen begleitet und jeder geht anders damit um. Wichtig finde ich, zu erkennen, dass eine ständige Anspannung nicht normal ist und man sich durchaus selber helfen kann. Ich bin bei diesem Thema natürlich auch noch lange nicht am Ende, es steht aber nach wie vor ganz weit oben auf meiner Prio-Liste. Und das ohne Stress 😉

 

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