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Anleitung für eine Darmsanierung. Teil 2

Darmsanierung

Ein frohes neues Jahr und ich hoffe Ihr seid alle gut rüber gekommen. Nachdem ich ja gestern bereits einen kleinen Einblick in das Thema Darmsanierung gegeben habe, geht es heut darum, wie Ihr sie am besten durchführt. Wenn Ihr lieber nochmal schauen wollt, ob das überhaupt etwas für Euch ist, dann switcht am besten nochmal zu Teil 1. Alle die starten wollen oder neugierig sind lesen am besten weiter.

Zur Sicherheit noch einmal die Info, dass ich kein Arzt bin und Euch nur an meinen Erfahrungen teilhaben lasse. Wenn Ihr individuelle Fragen habt, tretet gern mit mir persönlich in Kontakt oder wendet Euch an einen Arzt, Heilpraktiker oder Ernährungsberater Eures Vertrauens.

So let’s start. Im letzten Teil habe ich Euch ja schon einen kleinen Ausblick auf die zwei Phasen der Darmsanierung gegeben: Darmreinigung und Darmaufbau. Wer schon mal etwas recherchiert hat, wird gesehen haben, dass es zahlreiche Anleitungen und Anweisungen gibt. Und eins kann ich Euch verraten. Es gibt nicht DIE einzig echte Darmsanierung. Vielmehr sind es eine Vielzahl von Kleinigkeiten aus denen man sich sein Vorgehen zusammensucht. Stellt es Euch vor wie eine Salatbar. Jeder nimmt sich das raus, was er am liebsten mag oder am besten verträgt. Nur einige Grundkomponenten müssen dabei sein. So ist es auch bei der Darmsanierung. Ich hab in den letzen Jahren einiges für mich ausprobiert und getestet und bin so zu meiner persönlichen Vorgehensweise gekommen, die möchte ich natürlich mit Euch teilen. Drei Dinge waren mir beim Thema Darmsanierung von Anfang am allerwichtigsten:

  1. Es muss ohne Kompromisse in meinen Alltag passen
  2. Es darf nicht teuer oder übermäßig aufwendig sein
  3. Ich muss recht schnell Erfolge bemerken

Es gibt viele „Komplettpakete“, die man einfach kaufen kann aber das sehe ich tatsächlich nicht ein und das muss auch nicht sein. Alle Dinge, die Ihr benötigt, bekommt Ihr im Reformhaus oder der Apotheke und könnt sie Euch selber zusammenstellen.

Was Ihr für eine Darmsanierung benötigt

Zunächst einmal den Willen zu starten, das sollte klar sein. Wer das aber einmal gemacht hat, wird es wieder machen. Ich sehe es mehr als Kur und gerade nach den Feiertagen, an denen viel gegessen und getrunken wird, tut es gut und erleichtert vor allem auch das Abnehmen der paar kleinen, überflüssigen Pfunde. Neben der psychischen Konstitution sollte auch die physische passen, heißt Ihr solltet nicht unbedingt starten, wenn Ihr krank seid. Außerdem braucht Ihr die folgenden Hilfsmittel für die Darmsanierung:

  • Flohsamenschalenpulver – ich hab mein erstes noch im Netz bestellt, mittlerweile bekommt Ihr es auch im dm oder im gut sortierten Edeka oder Rewe. Achtet hier nur darauf, dass Ihr auf Bioprodukte zurückgreift. Bio-Standard nach EU Verordnung regelt hier zumindest die Pestizidbelastung. Mittlerweile gibt es auch in Europa viele Anbaustellen. Ihr findet das Pulver zum Beispiel bei Spinnrad oder Medpex oder oder oder. Das feine Pulver enthält Quellstoffe, die die Eigenbeweglichkeit des Darms und den Transport des Darminhalts fördern. Es kann das 50-fache an Wasser binden, was eine enorme Eigenschaft ist. Genau dieses Aufquellen ist dafür verantwortlich, dass sich Kotablagerungen im Darm lösen und sich an die gallertartige Flohsamenschalenmasse binden. Rückstände können so abtransportiert werden, der Darm wird sanft gereinigt, ohne, dass Ihr besonders viel davon mit bekommt.
  • Bentonit / Zeolith – Die Heilerde bindet Schadstoffe im Darm und transportiert diese sanft nach draußen. Bentonit legt dazu eine schützende Schicht auf die Schleimhaut. Ich bevorzuge Bentonit in Kapselform. Auch die bekommt Ihr mittlerweile ohne Probleme im dm oder in der Apotheke.
  • Probiotika – Probiotika sind Produkte, die die „guten“ Darmbakterien enthalten. Ja Du nimmst Bakterien zu Dir. Das sind überwiegend Bifido und Lacto Bakterienstämme. Ich komme sehr gut mit diesem Produkt zurecht aber nicht jeder verträgt jedes Produkt gleich gut. Ggf müsst Ihr 1 oder 2 ausprobieren. Nicht aufgeben :)-
  • OPTIONAL: Hericium Pulver – Der Heilpilz wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet, um einen Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Besonderer Wirksamkeit wird dem Pilz für den Magen-Darm-Trakt zugeschrieben.
  • OPTIONAL: Glaubersalz – Glaubersalz wird für eine vollständige Darmentleerung verwendet.

Wenn Ihr all Eure Zutaten beisammen habt, könnt Ihr starten. Das Abführen mit Glaubersalz ist für viele „der Start“ – es muss aber nicht unbedingt sein, das vllt für Euch zur Info. Auch wenn Ihr 3-4 Entlastungstage einlegt (oder wie ich mit Magen-Darm-Infekt startet ;)) könnt Ihr das Glaubersalz auch einfach weglassen.

Wie die Darmsanierung abläuft

Insgesamt halte ich 6 Wochen für mich und meinen Körper für eine sinnvolle Zeit. Im Netz findet man so ziemlich alle Zeiträume, von 2 Wochen bis 3 Monate. Allerdings finde ich zwei Wochen zu kurz, 3 Monate sind allerdings nicht mit meinem Alltag vereinbar. 6 Wochen ist perfekt, das schafft man ohne Probleme. Ich starte mit 3 Wochen Reinigung und schließe dann 3 Wochen Aufbau an. Am Anfang steht wie oben beschrieben eigentlich das Glaubersalz. Bei den folgenden 3 Wochen Reinigung ändere ich die folgenden Punkte in meiner Ernährungsweise:

  • Ich starte den Morgen mit einem Glas Wasser, lauwarm.
  • Es folgt ein Flohsamenschalenpulver Drink: 1 TL Flohsamenschalenpulver eingerührt in 1 Glas Wasser. Wichtig ist, dass Ihr es sehr schnell trinkt, weil es sonst andickt. Ihr solltet diesen Drink ca. 1 Stunde vorm ersten Essen zu Euch nehmen.
  • Es folgen 2 Bentonit Kapseln, ebenfalls mit Wasser eingenommen.
  • Nun gibt es eine große Tasse Tee.
  • 1-2 Stunden später folgt ein kleines Frühstück (mehr dazu weiter unten)
  • Nach dem Frühstück ist es wichtig, weiter viel Flüssigkeit aufzunehmen
  • Ein Mittagessen gibt Power für den Rest des Tages
  • Am Abend gibt es noch ein Dinner und danach eine große Tasse Tee.
  • Ab der zweiten Woche gibt es abends noch einen Flohsamenschalenshake, in der ersten reicht erstmal die zweite Portion Bentonit.

Es ist also ein weitestgehend normaler Tagesablauf, wenn auch mit etwas mehr Flüssigkeit und den Shakes. Die Kalorien schränke ich in der Zeit nicht ein und auch von den Nahrungsmitteln her, halte ich mich nur an einige wenige Zusatzregeln:

  • Kein raffinierter oder künstlicher Zucker und keine Produkte denen Zucker beigefügt wurde
  • Kein Weißmehl/Auszugsmehl und keine Produkte die daraus hergestellt wurden (Brot, Nudeln, etc.)
  • Keine Zusatzstoffe
  • Wenig Milchprodukte (Milch, Joghurt, Käse, Quark, etc.).
  • Fleisch gibt es bei mir weiterhin, allerdings wie gehabt nur höchste Qualität und nicht mehr als einmal pro Woche.
  • Das Gleiche gilt für Fisch, der darf 2 Mal die Woche auf dem Speiseplan stehen.
  • Auch auf Eier verzichte ich nicht – Bioland Eier stehen nach wie vor auf dem Speiseplan.
  • Kein Koffein
  • Kein Alkohol!
  • Verringerter Salzkonsum.

Was in den drei Wochen also für mich wegfällt sind Koffein, Milchprodukte und Alkohol und die „Ausnahmen“, wie die Pasta am Freitagabend und das geliebte Glas Wein. Das hört sich erstmal hart an aber 3 Wochen sind nicht viel und Ihr werdet recht schnell merken, wie gut Euch das tut. Es gibt ja auch ganz viele leckere Sachen, die auf dem Speiseplan stehen können:

  • Alle Arten von Gemüse, Salaten, Kräutern und Obst
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen,Kichererbsen, Linsen, Sojabohnen, Lupinen)
  • Trockenfrüchte
  • Pflanzenmilch (Mandelmilch, Kokosmilch)
  • Quinoa, Hirse, Buchweizen (auch Nudeln aus Hülsenfrüchten z.B.)
  • Nüsse, Mandeln
  • alle Arten von Samen (Chia-Samen, Hanfsaat, Leinsamen, Kürbiskerne, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne, etc.)
  • Sprossen (Brokkolisprossen, Quinoasprossen, Mungbohnensprossen, Rettichsprossen, Sonnenblumenkernsprossen, Linsensprossen, Rotkohlsprossen, Lauchsprossen)
  • Naturbelassene Bio-Öle (Bio-Hanföl, Bio-Olivenöl, Bio-Schwarzkümmelöl, Bio-Kokosöl, Bio-Leinöl)
  • Wie oben schon erwähnt: Hochwertiges Fleisc, Fisch und Eier in Maßen.

Daraus lässt sich einiges zaubern, meint Ihr nicht auch? Und wie gesagt, es sind nur 3 Wochen. In der Aufbauphase, also den zweiten drei Wochen zählt fast das Gleiche wie oben, nur dass ich wieder Milchprodukte, vor allem Joghurt zu mir nehme. Achtet hierbei unbedingt auf die Qualität. Ihr solltet auf Bioland oder Demeter Produkte zurückgreifen. Zusätzlich nehmt Ihr zum Essen noch Eure Probiotika. Da diese im Kühlschrank gelagert werden müssen, nehm ich sie am Abend zu mir. Wichtig nur, dass Ihr sie zum Essen dazunehmt. Das Hericium nehme ich auch am Abend, aufgelöst in etwas Wasser. Das ist nicht unbedingt lecker aber es geht.

Ich merke bereits nach 3 – 4 Tagen, wie sich meine Verdauung umstellt und mache diese Art der Kur 1 – 2 Mal im Jahr. Das Schöne ist, dass man sich nicht umstellen muss. Ein bisschen Vorbereitung in der Küche ist alles und man kommt gut durch. Im letzten Jahr konnte ich meine Allergie damit bereits gut eindämmen, dieses Jahr habe ich Hoffnungen die Saison völlig ohne zu überstehen. We’ll see.

Wichtig: Lasst Euch nicht entmutigen, wenn Ihr mal einen Tag daneben greift. Wir sind nur Menschen und keine Maschinen und es nicht so, dass Ihr damit direkt alles zerstört. Macht einfach weiter und gebt nicht auf. Ich halte Euch über meine Fortschritte auf dem Laufenden. Im letzten Jahr habe ich nach der Sanierung alles wieder vertragen, was ich vorher nicht vertragen hatte. Linsen und Mandeln zum Beispiel. Das ist der Grund, wieso ich nach wie vor so viel von dieser Kur halte. Wenn Ihr Lust habt, testet es doch einfach mal und berichtet, wie es Euch ergeht.

Viel Erfolg!

 

 

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