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Produktcheck: Schokocreme

Schokocreme

Ja, das ist ein Stockbild und nicht meins, ja Schokocreme gehört wirklich nicht zu meinen Grundnahrungsmitteln (was auch der Grund dafür ist, dass ich kein Bild davon habe, ich möchte sie nämlich nicht kaufen). Und damit sind wir miiiiiitten im Thema. Ich bin kein Fan von Schokocreme. Ich bin aber noch weniger ein Fan von Schokocreme, die so tut als wär sie in irgendeiner Weise gesund. Das macht mich richtig wütend, weil es die armen Leute, die keine Zeit oder Muße haben, sich en Detail damit auseinander zu setzen, nur verwirrt und hinter das Licht führt. Zuletzt hatte ich hierzu auch eine Unterhaltung mit meiner besten Freundin und wir waren uns einig: Mit Schokocreme ist es wie mit allen Lebensmitteln: Die Menge machts. Natürlich spricht nichts dagegen, am Wochenende ein Brot mit Schokocreme zu essen. Dass es für den Körper nicht genauso nahrhaft ist wie eine Bowl mit Früchten und Nüssen brauch ich niemandem zu erklären aber es rafft einen normal gesunden Menschen auch nicht augenblicklich dahin, nur weil er ein Nutellabrot isst (Werbung wegen Markennennung, natürlich ohne Auftrag). Ich möchte also niemanden davon abhalten und genausowenig ermutigen. Auch die Diskussion nach dem Geschmack ist hinfällig, da ich nicht jede probiert habe, kann ich es nicht beurteilen. Was ich aber kann, ist für Euch einen Blick auf die Ingredients zu werfen. Ohja. Mittlerweile werben Hersteller ja mit besonders proteinhaltiger Schokocreme – let’s see 🙂

Die Bewertungskriterien

Drei Punkte sind bei der Bewertung für mich wichtig:

  1. Palmöl: Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus der Ölpalme gewonnen wird. Es steckt in einer Vielzahl von Lebensmitteln: Margarine, Kekse, Süßigkeiten, Fertiggerichte und eben gern in Brotaufstrichen, besonders Schokocreme. Palmöl steht im Verdacht ein Risiko für unsere Gesundheit darzustellen. Aufgrund des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren, kann die Gefahr für Diabetes und Gefäßerkrankungen erhöht werden. Dazu kommt, dass für die Palmölgewinnung Regenwälder gerodet werden müssen, wir wissen ja alle was das gerade für Auswirkungen hat. Deswegen versuche ich auf Palmöl zu verzichten.
  2. Zucker und Zuckerersatzstoffe:  Zur Zuckerfalle gab es hier einen sehr ausführlichen Artikel. Kurz gesagt meide ich Haushaltszucker und Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole und Süßstoffe). Nicht bei allen Stoffen sind die Auswirkungen auf den Organismus letztlich geklärt und mir ist es einfach zu heikel. Zum Thema Haushaltszucker muss ich glaub ich nichts mehr sagen.
  3. Zusatzstoffe: Auch hierzu gibt es einen detaillierten Artikel, den Ihr hier findet. Kurz gesagt: Zusatzstoffe helfen grundsätzlich dem Produzenten und nicht uns. Sie können in großen Mengen Auswirkungen auf unseren Körper haben und sind für eine ausgewogene Ernährung einfach nicht nötig. Da ich davon ausgehe, dass ich viele Zusatzstoffe zu mir nehme, wenn ich essen gehe, verzichte ich in meiner Ernährung, die ich selber zubereite grundsätzlich darauf.

Werfen wir also einen Blick auf die Aufstriche, die mir zuletzt ins Auge gefallen sind:

Der Klassiker: Nutella

Als Kind war ich totaler Nutellafan. Und auch später noch hab ich mir am Wochenende immer ein Brot mit Nutella gegönnt. Hier kenn ich den Geschmack also und ich fand es immer lecker. Ist halt so. Das hier sind die aktuellen Inhaltsstoffe:

Zucker, Palmöl, HASELNÜSSE (13%), MAGERMILCHPULVER (8,7%), fettarmer Kakao, Emulgator Lecithine (SOJA), Vanillin.

Hier stehen gleich zu Beginn zwei Stoffe, die Nutella für mich zu einem Nogo machen. Nutella wird ja von Ferrero produziert und Ferrero ist unter anderem Mitglied der der POIG (Palm Oil Innvation Group) ein Zusammenschluss, dem unter anderem auch Greenpeace angehört. POIG setzt sich für nachhaltige Rohstoffgewinnung ein. Allerdings sehe ich das dennoch kritisch. So gibt Ferrero z.B. an, dass Gegenden mit hohem Erhaltungswert (Orang Utans) geschützt werden. Das impliziert meines Erachtens aber auch, dass Gegenden, die keinen hohen Erhaltungswert haben (in denen aber natürlich trotzdem Tiere leben) davon ausgeklammert sind. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. In den FAQs der Nutellaseite findet man auch die Frage, ob das verwendete Palmöl gesundheitsschädigend ist, darauf gibt es nur die Antwort, dass es nicht gehärtet ist. Vage, vage. Da ich lange genug selber in der PR war bin ich bei solchen Antworten immer hellhörig. Quelle: https://www.nutella.com/de/de/faq. Ansonsten war ich erstaunt. Ich hätte mit mehr Zusatzstoffen gerechnet. Dafür gibt es Pluspunkte.

Die Proteinhaltige? Proteincreme von Foodspring

Da Foodspring viel mit künstlichen Zuckerstoffen arbeitet, lasse ich da meine Finger von. Die Creme wird mit hohem Proteinanteil und weniger Zucker beworben, das hier steckt drin:

Süßungsmittel (Maltit), Molkeneiweißkonzentrat (22%), Sonnenblumenöl, Haselnüsse (13%), Süßmolkenpulver, fettarmes Kakaopulver, Kakaobutter, Kokosöl, Emulgator (Sonnenblumenlecithin), natürliches Vanillearoma

Foodspring verzichtet also auf Palmöl und auf Zucker, dafür gibt es schon mal Punkte. Wenn ich mir allerdings anschaue, dass das Produkt zu mehr als 22% aus Maltit besteht, wird mir doch etwas übel. Maltit kennt man auch unter dem Namen E965, ist ein Zuckerausstauschstoff und hat ungefähr 90% der Süßkraft von normalem Haushaltszucker. Er wird aus Malzzucker gewonnen und hat, und das ist ein Pluspunkt, keine Auswirkungen auf den Insulinspiegel, ist deswegen Diabetiker geeignet. Es kann allerdings in größeren Mengen abführend wirken und Durchfall verursachen. Deswegen müssen Produkte, die mehr als 10% Maltit enthalten, in Deutschland extra gekennzeichnet werden. Jetzt könnte man sagen: Ja aber ich esse ja nicht so viel davon. Schön für Dich, wenn Du aber 3 oder 4 Produkte am Tag zu Dir nimmst, die mit Maltit hergestellt werden, sieht das ggf anders aus. Wieso solltest Du, wenn Du nicht musst? Weiter zu den Zusätzen. Das Molkeneiweißkonzentrat ist natürlich für den hohen Proteingehalt verantwortlich, was ich mich frage: Welche Qualität hat es? Es ist nicht als bio gekennzeichnet, damit bin ich schon mal sehr vorsichtig. Dazu kommt: Ja, es sind 14 g mehr Protein auf 100 g als bei den anderen Produkten aber jetzt überleg mal wie viel Du davon isst. Vielleicht 20 Gramm? Dann sind wir im Minibereich, dann iss lieber ein paar Mandeln oder eine Scheibe Käse, da hast Du mehr von. Die zugesetzten Fette, Kakaobutter und Kokosöl sind ok. Alles in Allem für mich allerdings ein no, wegen der beiden Faktoren oben, allen voran das Maltit.

Die Nussige: Xucker Nuss-Nougat Creme

Vorab: Habe ich noch nie probiert, nur im Regal stehen sehen.

Haselnüsse (33%), pflanz­liche Fette und Öle in veränderlichen Gewichtsanteilen (Kakaobutter, Sonnenblumenöl), Süßungs­mittel: Erythrit (30%); Kakao schwach entölt

Sehr löblich, dass endlich mal Haselnüsse mit 33% an erster Stelle stehen, das gibt Pluspunkte. Es folgen pflanzliche Öle und Fette, die aber kein Palmöl enthalten, ebenfalls löblich! Dann kommt das Süßungsmittel. Mit 30% immer noch eine beachtliche Menge. Da Zuckeralkohol für mich keine Alternative ist, fliegt das Produkt für mich leider raus.

Die ökologisch Korrekte? Rapunzel Zartbitter-Schoko-Creme

Zunächst: Rapunzel ist eine Marke, die ich schon sehr lange kaufe, die ich mag und der ich vertraue. Die Zartbitter-Schoko-Creme hat meine Mama mir mal geschenkt und, was soll ich sagen, sie hat 3 Tage gehalten. Umso erschrockener war ich, als ich gesehen Habe: Da steckt Palmöl drin. So sieht das in komplett aus:

Cristallino Rohrzucker*, Sonnenblumenöl*, high oleic, Kakaopulver* stark entölt (20%), Palmfett*, Bourbon Vanille*

Der Zucker an erster Stelle ist ein fair gehandelter Rohrzucker von Rapunzel, nichts destotrotz ist es Zucker und damit für mich schon mal raus, es folgen Sonnenblumenöl (high Oleic und damit sehr gute Qualität), Kakao und schließlich Palmfett. Rapunzel hat einen sehr umfassenden FAQ Bereich zu diesem Thema, den ich mir für diesen Artikel natürlich angeschaut habe. Hier kommt ihr zu dem FAQ-Bereich. Ich fand ihn sehr gut und sehr aufschlussreich. Viele Fragen sind sehr viel detaillierter und mehr auf den Punkt beantwortet. Da sie z.B. Palmfett aus Bioanbau nutzen, können sie garantieren, dass es keine Abholzungen gibt, das ist ein Ausschlusskriterium für den Bio-Anbau. Weiter gehen sie auch konkret darauf ein, dass KEIN Orang Utan sein Leben lassen muss. Sie stellen ihre Betriebe detailliert vor und man kann sich einen guten Überblick verschaffen. Mir hat diese FAQ Seite ehrlicherweise noch mal ein anderes Bild auf das Thema Palmöl gegeben. Ich bin dennoch vorsichtig und möchte Palmöl gern weiter meiden, kann Euch die Seite zum Lesen aber sehr empfehlen.

Die sehr Süße: dm Bio Schokocreme

Die hätte ich fast gekauft als ich zuletzt davor stand und nicht hinten drauf geschaut habe. Vielleicht hat sie jemand von Euch probiert und kann mir sagen, wie sie schmeckt? Ich bin gespannt :). Ich kann Euch nur sagen, was drin steckt.

Rohrzucker*, Sonnenblumenöl*, 13% HASELNÜSSE*, 5,8% stark entöltes Kakaopulver*, Palmöl*, getrockneter Glukosesirup*, 5 % Schokolade (Rohrzucker*, stark entöltes Kakaopulver*, Kakaobutter*), SOJAMEHL*, Emulgator: LECITHINE*, Boubon-Vanillepulver*. * aus biologischer Landwirtschaft

Zunächst mal: Rohrzucker und Glukosesirup? Why though? Wie viel Zucker kann man in einen Brotaufstrich packen? Dann natürlich Palmöl – auch hier wird Bio-Palmöl verwendet, ich habe aber keine weiteren Infos dazu gefunden. Schade. Dann ist noch Sojamehl enthalten auch hier für mich nicht erkennbar wieso…für mich allein aus Zuckergründen raus.

Die Vernünftige: Govinda Bio-Chufella

Ein interessantes Produkt, das ich definitiv testen werde. Erdmandel findet momentan auch häufig in meinem Frühstück statt. Ich mag die kleinen Knollen (auf Spanisch chufa – merkste ne?) sind leicht süßlich und haben einen angenehm milden Geschmack. Spannend, wie sie sich im Schokoaufstrich machen!

Erdmandeln (61,5%)*, Kokosöl*, Kakao (7%)*, Sonnenblumenöl*, LUPINEN-Protein, Salz. Allergene Zutaten: Lupine *kontrolliert biologischer Anbau

Kein Palmfett und vor allem: Kein Zucker. Gar kein Zucker. Toll oder? Lupinen Protein ist drin, ich weiß nicht wieso aber hier drücke ich mal ein Auge zu und lasse es drauf ankommen. Ich werde berichten.

Der Nachmacher: Veganz Schoko Creme

Bekommt man mittlerweile überall. Es gibt ganz gute Produkte von der Marke, für mich gehört dieses nicht dazu und noch etwas anderes ist mir aufgefallen, schaut mal in die Ingredients:

Rohrzucker*, Sonnenblumenöl*, Kakao* stark entölt (10%), Schokolade* (5,0%) (Rohrzucker*, Kakao* stark entölt, Kakaobutter*), Palmöl*, Glukosesirup* getrocknet, Sojamehl*, Emulgator: Sojalecithin*; Bourbon-Vanilleschoten* gemahlen.

Jap, es sind die gleichen wie in dem dm Bio Produkt. Ich spare mir hier also die Bewertung und verweise nach oben. Die dm Variante ist übrigens teurer, falls sich da gerade jemand gefragt hat.

DAS FAZIT

Tja was ist also mein Fazit? Es geht ohne Palmöl, es geht ohne Zucker, es geht ohne Zuckeralkohole. Es geht in fair und in bio, man muss es nur wollen und ein bisschen suchen. Oder es eben selber machen. Dazu bin ich mit meiner Freundin dann auch gekommen und sie hat auch ein schönes, einfaches Rezept dafür parat:

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C H O C O L A T E L O V E okay alle schokoliebhaber aufgepasst: hier kommt das ultimative rezept für eine relativ gesunde alternative zu den ganzen nuss-nougat-cremes: 100g haselnüsse 30g zartbitterschokolade zb von @alnatura oder wers vegan mag von @ichoc_vegan_chocolate 2el kokosöl 2el stark entölter backkakao süße nach belieben (ich habe kokosblütenzucker verwendet) die haselnüsse zunächst im backofen für 10 min rösten, danach ab in den mixer. kokosöl und schokolade schmelzen lassen und zu den gemahlenen nüssen in den mixer geben. süße und backkakao dazu in nochmal gut mixen bis eine cremige masse entsteht. fertig. inspiriert von @lowcarb_rezept_des_tages #lowcarb #eathealthy #eatclean #nosugar #chocolate #nutella #diy #selfmade #instafood #foodporn #food #yummy #breakfast #sunday

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Lasst es Euch schmecken und lasst Euch nicht unnötig verwirren. Ab und an mal Schoki auf dem Brot geht total klar aber kauft nicht blind was Euch in die Hände fällt bitte <3 Wenn Euch hier Produkte fehlen, let me know.

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